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Rundfunkabgabe in Schweden: Wer bezahlt was?

Eine schwedische Familie schaut gemeinsam Fernsehen.

Die deutsche GEZ ist immer wieder Thema heftiger Streitdiskussionen – sowohl in der Politik als auch bei Privatpersonen. Exakt 17,50 Euro zahlt im Jahr 2018 monatlich jeder deutsche Haushalt an die ehemalige GEZ (Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland), die heute ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice heißt. In Schweden sieht das seit 2019 ganz anders aus: Dort wurde der Rundfunkbeitrag abgeschafft. Stattdessen gibt es nun eine Steuer – und zwar für alle Schweden mit eigenem Einkommen.

Public service-avgift in Schweden

Bis zum Jahr 2019 gab es in Schweden eine radio- och tv-avgift, die (ähnlich wie in Deutschland) jeder zahlen musste, der ein entsprechendes Empfangsgerät bei sich zuhause stehen hatte. Das betraf auch deutsche Ferienhausbesitzer, die in ihrem Schwedenhäuschen den Fernsehempfang anzapften. Allerdings nur dann, wenn sie hierfür ein TV-Gerät benutzten. Wer via PC und Internet auf das schwedische Fernsehen zugriff, musste keine Abgabe zahlen. Das ist jetzt anders: Jeder Schwede mit eigenem Einkommen zahlt nun eine Gebühr – ganz egal, ob er via TV oder PC zuschaut oder überhaupt kein Interesse an den schwedischen Fernsehsendern hat. Eingezogen wird der Betrag auch nicht mehr von einer Gebühreneinzugszentrale wie in Deutschland, sondern stattdessen vom schwedischen Finanzamt. Denn bei der public service-avgift handelt es sich nicht mehr um einen Rundfunkbeitrag, sondern um eine ganz normale Steuer. Und die muss jeder Schwede bezahlen.

Wie hoch fällt die public service-avgift aus?

Die public service-avgift soll, genauso wie der deutsche Rundfunkbeitrag, die Stellung der Öffentlich-Rechtlichen sichern. Dafür ist natürlich ein gewisses Budget vonnöten. Im Jahr 2019 liegt der Steuersatz bei 1 %. Das bedeutet, dass jeder Schwede mit eigenem Einkommen exakt 1 Hundertstel seines monatlichen Einkommens ans Skatteverket abzugeben hat. Das schwedische Finanzamt zieht diesen Betrag automatisch ein, hat jedoch auch eine Bremse eingebaut: Mehr als 1.347 Kronen muss niemand im Jahr bezahlen. Das entspricht umgerechnet einem Betrag von rund 130,00 Euro. Damit zahlen Familien in Schweden in etwa genauso viel wie in Deutschland. Insbesondere für Alleinstehende liegt die Abgabe in Schweden allerdings deutlich unter dem, was man in Deutschland als Gebühr bezahlen muss. Erhöhungen der Steuer sind für die Zukunft jedoch nicht ausgeschlossen. Ein Vorteil dieses Systems: Neben der gerechteren Verteilung der Gebühren auf alle Schweden ist auch eine langfristig stabilere Budgetplanung für die Öffentlich-Rechtlichen möglich.

Über die Autorin: Sarah Herhut

Sarah hat bereits zahlreiche Reisen nach Schweden unternommen und dabei viele große und kleine Highlights entdecken können. Auswanderungspläne stehen akut zwar nicht an, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Weiterführende Links (SE)

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