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Mutter sein in Schweden

Geburt

Schwangere Frau kurz vor der Geburt, mit der Hebamme und ihrem Mann an ihrer Seite

Mit der Geburt kommen 42 Wochen Schwangerschaft zu einem großen Finale. Es ist ein einschneidendes Erlebnis. Vielen Frauen ist es wichtig, in welcher Umgebung sie diese entscheidenden Stunden erleben möchten. Auch in Schweden.

In Deutschland entscheiden sich die meisten für das Krankenhaus. Dort haben von den 795.000 Kindern, die 2016 geboren wurden, 777.000 das Licht der Welt erblickt, so die Zahlen der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe. Wer sich eine vertrautere Umgebung und individuellere Betreuung wünscht, dem stehen Geburtshäuser oder die eigenen vier Wände zur Wahl. Meistens ist das nächste Krankenhaus nicht allzu weit entfernt; bei Komplikationen ist recht schnell ein Arzt zur Stelle.

In Schweden sind die Wege weiter. Wer sich für ein Leben fernab vom urbanen Trubel entscheidet und die Abgeschiedenheit der Wälder sucht, muss längere Fahrtzeiten ins Krankenhaus einplanen – zwei Stunden sind keine Seltenheit. Das kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden – ein Risiko, das man in Schweden ungern einzugehen bereit ist. Die Entbindung führt Schwangere daher in den allermeisten Fällen in die Klinik. Nur eine von tausend geplanten Geburten geschieht der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg zufolge in den eigenen vier Wänden. Auch Geburtshäuser sind noch eher die Ausnahme und bislang vor allem in den größeren Städten wie Stockholm und Göteborg zu finden. Stockholm ist zudem die einzige Provinz, die die Kosten für eine Hausgeburt übernimmt. Wer trotzdem zuhause entbinden möchte, muss diese selbst tragen und auch die Organisation wie etwa die Suche nach der richtigen Hebamme übernehmen.

Unüblich sind in Schweden Krankenhaus-Besichtigungen. Stattdessen stellen viele Kliniken ihren Kreißsaal, die Wöchnerinnenstation und die Ausstattung auf der Homepage als Filmchen vor. Andere laden zu Info-Abenden ein. Doch wer befürchtet, dass die Geburt in einem schwedischen Kreißsaal steril und unpersönlich abläuft, irrt. Denn auch hier verschwinden zunehmend die technischen Geräte geschickt hinter Vorhängen und Wandgemälden. In der Raumgestaltung überwiegen Wohlfühlfarben. Darüber hinaus sind für die Geburt Hebammen zuständig, die in der letzten Phase oft Unterstützung von einer Krankenschwester bekommt. Ärzte werden nur im Notfall hinzugezogen, wenn Auffälligkeiten abgeklärt werden müssen oder um Strategien abzuklären.

Über die Autorin: Inka R. Stonjek

Inka ist 2015 mit ihrem Mann nach Schweden ausgewandert. Den Job hat die Journalistin mitgenommen: Schreiben lässt sich von überall. Meistens geht es um Ernährung, oft um Gesundheit, zunehmend um Schweden.

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