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Die schwedische Schule

Schule für Neuschweden

Schwedisch als Fremdsprache und Muttersprachenunterricht

Vier Kinder nehmen sehr aufmerksam am Unterricht teil.

Wer nach Schweden auswandert und seine Kinder dort auf die Schule schickt, steht anfangs vor einem großen Problem: Wie sollen die Kinder denn im Unterricht überhaupt mitkommen, wenn sie die Sprache noch nicht so recht verstehen? Haben sie dadurch nicht immense Nachteile?

Diese Ängste sind natürlich nicht von der Hand zu weisen. Am Anfang kann diese Situation anstrengend und kräfteraubend sein. Doch Kinder nehmen, vor allem wenn sie noch jünger sind, eine neue Sprache oft auf wie ein Schwamm Wasser. Sie lernen sehr schnell und werden sich rasch einfinden.

Schweden als klassisches Einwanderungsland hat sich aber gut auf Neuschweden eingestellt und bietet Hinzugezogenen einige Hilfestellungen, die man in Anspruch nehmen kann:

Kinder, die eine andere Muttersprache als Schwedisch haben, müssen nicht am gewöhnlichen Schwedisch-Unterricht teilnehmen, sondern können Schwedisch als Zweitsprache besuchen. Momentan wird dieses Angebot von etwa 10 % aller Schüler wahrgenommen. Hier steht der Spracherwerb im Mittelpunkt. Wer schnelle Fortschritte macht, kann dann auch in den normalen Schwedisch-Unterricht wechseln, er muss es aber nicht. Auch für die Zugangsberechtigung für das Gymnasium oder für die Hochschule reicht es für gewöhnlich aus, wenn man das Fach Schwedisch als Zweitsprache bestanden hat. Ob Schwedisch als Zweitsprache an einer Schule angeboten wird, entscheidet der Rektor. Er ist also Ansprechpartner, falls dieses Angebot gewünscht wird.

Eine andere Möglichkeit der Unterstützung, die der schwedische Staat anbietet, ist der Muttersprachenunterricht. Schließlich weiß man, dass Kinder anfangs besser und intensiver lernen, wenn sie dies in ihrer Muttersprache tun können. Es liegt auf der Hand, dass man in der eigenen Sprache Zusammenhänge schneller erfassen und verstehen sowie komplexere Dinge durchdenken kann. Lernen in der Muttersprache ist schlichtweg einfacher. In der Grundschule und auf dem Gymnasium ist die Kommune verpflichtet, Muttersprachenunterricht anzubieten, wenn es mindestens fünf Schüler mit einer bestimmten Sprache gibt, die den Anspruch auf diesen Unterricht haben und ihn auch wollen, und wenn eine passende Lehrkraft zur Verfügung steht. Im Schuljahr 2016/17 hatten 27 % aller Schüler das Anrecht auf Muttersprachenunterricht, von denen etwas mehr als die Hälfte dieses Angebot auch in Anspruch genommen hat.

Der Muttersprachenunterricht wird kommunal organisiert. Für gewöhnlich findest du Informationen auf der Homepage der Kommune. Manche Kommunen bieten zudem spezielle Vorbereitungsklassen an, in denen Kindern der Neuanfang in Schweden besonders erleichtert werden soll. Frage auch hierfür bei dem entsprechenden Ansprechpartner in der Kommune nach. Ein Beispiel aus der Kommune Lidköping findest du in den weiterführenden Links.

Für Jugendliche, die die Grundschule abgeschlossen haben, aber aufgrund zu schlechter Noten – vor allem in Schwedisch als Zweitsprache – nicht für das Gymnasium zugelassen worden sind, gibt es das Programm „Språkintroduktion“. Dieses ist speziell an den Bedürfnissen für Neuschweden ausgerichtet und zielt darauf, sie sprachlich fit für andere gymnasiale Programme zu machen.

Wer also mit Kindern nach Schweden auswandert, muss sich keine Sorgen machen, dass sie aufgrund der Sprache in der Schule nicht mitkommen. Die Schweden machen viel für die Integration und es gibt umfassende Unterstützungsangebote.

Über den Autoren: Johannes Möhler

Johannes Möhler hat in Schweden studiert, als Lehrer gearbeitet und über das schwedische Schulsystem promoviert. 

Seit 2017 betreibt er das Portal Elchkuss – ein Blog für Schwedenliebhaber, Urlauber und Auswanderer.

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