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Die schwedische Schule

Die schwedische Grundschule

Vier Kinder sind in der Schule konzentriert am Arbeiten.

Das Herzstück der schwedischen Schule ist die grundskola. Man kann sie durchaus mit Grundschule übersetzen, allerdings weckt das bei vielen Deutschen falsche Erwartungen, da sie von einer vier- oder sechsjährigen Grundschule ausgehen. Die schwedische grundskola ist aber eine neunjährige Gesamt- und Ganztagesschule und deckt die Schulpflicht der schwedischen Kinder ab. Alles davor und danach ist freiwillig, die grundskola ist Pflicht.

Früher wurde die Schule in drei Stadien unterteilt: lågstadiet, mellanstadiet, högstadiet. Jedes Stadium umfasste drei Schuljahre. Heutzutage verzichtet man auf diese Einteilung; das högstadiet hebt sich allerdings durch Wahlmöglichkeiten der Schüler und das Fachlehrerprinzip von den unteren Schuljahren ab. Auch gibt es Schulen, die nur die Jahrgangsstufen 1 bis 5, und welche, die die Klassen 6 bis 9 abdecken.

1994 wurde die freie Schulwahl eingeführt, sodass die Eltern seitdem frei entscheiden können, welche grundskola ihr Kind besuchen soll. Ziel dieser Maßnahme war es, die Konkurrenz zwischen den Schulen und die Profilbildung der Einzelschulen zu verstärken. Dies ist durchaus gelungen, denn es existieren viele Schulen, die mit speziellen Angeboten aufwarten, zum Beispiel englischsprachigem Fachunterricht, bestimmten Sportprofilen usw. Dass man sich die Schule frei auswählen darf, heißt jedoch nicht, dass man an der Wunschschule auch garantiert einen Platz erhält. Vorrang haben immer diejenigen Schüler, für die die Schule die nächstgelegene ist.

Da die schwedische Schule eine Ganztagsschule ist und zudem kostenfrei sein muss, ist auch das Essen in der Mensa gratis. Für gewöhnlich haben die Schulen eigens angestellte Köchinnen bzw. Köche. Auch Bibliothekare, Psychologen, Freizeitpädagogen, Sozialarbeiter, Schulkrankenschwestern u.a. tummeln sich in den Schulen. Anders als in Deutschland, wo die Lehrkräfte viele Tätigkeiten abdecken, gibt es in Schweden also entsprechendes Fachpersonal.

Normalerweise endet der Unterricht gegen 15 oder 16 Uhr. Wer noch länger in der Schule bleiben will, findet meist entsprechende Angebote, die beispielsweise vom Freizeitpädagogen gemacht werden.

Wie in Deutschland regelt der Lehrplan die grundlegenden Inhalte, die gelernt werden sollen. Im läroplan werden die Kenntnisse und Fertigkeiten festgeschrieben, die die Kinder nach der 3., der 6. und der 9. Klasse erworben haben sollten. Zu diesen Zeitpunkten werden nationale Prüfungen durchgeführt, in denen überprüft wird, ob die Schüler diese Ziele auch erreicht haben. Um für ein gleichwertiges Niveau im ganzen Land zu sorgen (und sicherlich auch um einen gewissen Druck auf die Schulen auszuüben), werden die Ergebnisse veröffentlicht und sind für jeden einsehbar.

Neben der grundskola existieren noch zwei weitere Schulformen: Die grundsärskola besuchen Kinder mit gewissen Entwicklungsstörungen. Wer ganz spezielle Bedürfnisse hat, beispielsweise Taubstumme, der kann auch auf die specialskola gehen.

Über den Autoren: Johannes Möhler

Johannes Möhler hat in Schweden studiert, als Lehrer gearbeitet und über das schwedische Schulsystem promoviert. 

Seit 2017 betreibt er das Portal Elchkuss – ein Blog für Schwedenliebhaber, Urlauber und Auswanderer.

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