Mehr Funktionen als Mitglied bei Nystart

Derzeit bist du Gast auf unserer Seite. Damit sind die Zusatzfunktionen der Suche und das Speichern der Artikel in persönlichen Listen leider nicht nutzbar.
Wenn du Nystart optimal anwenden möchtest, melde dich gerne kostenlos an und werde Mitglied bei Nystart.
Hier kannst du dich anmelden.

Die schwedische Schule

Das schwedische Gymnasium

Vier Schüler mit einer Lehrerin bei der Ausbildung im Bereich Elektrotechnik.

Das schwedische Gymnasium hat zwei Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Gymnasium: Es ist eine weiterführende Schule und man kann hier die Hochschulreife erwerben. Ansonsten können das Gymnasium in Schweden und Deutschland aber kaum miteinander verglichen werden. Zu groß sind die Unterschiede.

Knapp 90 % eines Jahrgangs wechselt nach der grundskola auf das dreijährige Gymnasium. Das klingt nach einer sehr beeindruckenden Zahl, die sich allerdings etwas relativiert, wenn man weiß, dass Fach- und Berufsschulen in Schweden ins Gymnasium integriert sind. Daher ist es fast ein Muss, dass man aufs Gymnasium wechselt.

Wer die Zugangsberechtigung in den Händen hält, kann sich in eines von 18 nationalen Programmen (oder eines der zusätzlichen regionalen Programme) einschreiben. Neben theoretisch-akademischen Programmen, die direkt auf das Studium an einer Universität oder Hochschule vorbereiten, wie beispielsweise den gesellschaftswissenschaftlichen und den naturwissenschaftlichen Zweigen, stehen praktisch-berufsvorbereitende zur Wahl, mit welchen man zwar nicht direkt für ein Studium zugelassen ist, durch Zusatzkurse jedoch ebenfalls Zugang zu einer Hochschule finden kann.

Doch wer ist nun berechtigt, das Gymnasium zu besuchen? Grundsätzlich kann jeder, der Schwedisch (bzw. Schwedisch als Zweitsprache), Mathematik, Englisch sowie fünf weitere Fächer in der Grundschule bestanden hat, aufs Gymnasium wechseln. Will man allerdings in ein hochschulvorbereitendes Programm muss man in neun weiteren Fächern bestanden haben. Außerdem erfordern einzelne Programme das Bestehen bestimmter Fächer. Ins gesellschaftswissenschaftliche Programm kommt beispielsweise nur derjenige, der Geografie, Geschichte, Politik und Religion bestanden hat.

Und es gibt noch eine Einschränkung: Bestimmte Programme sind sehr beliebt. Bewerben sich viele Schüler, dann entscheiden die Noten darüber, wer einen Platz erhält und wer nicht. Es lohnt sich also, sich in der neunten Klasse anzustrengen und für eine gute Basis zu sorgen.

Sollten die Noten der Grundschule nicht ausreichen, ist der Zug noch nicht abgefahren. Denn dann kann man sich in spezielle Einführungsprogramme einschreiben, in denen das fehlende Wissen nachgeholt werden kann.

Wer einen Platz auf dem Gymnasium gefunden hat, hat nun drei Jahre lang Zeit, durch das Belegen verschiedener Kurse insgesamt 2500 Punkte zu sammeln. Dabei gibt es verpflichtende Kurse, aber auch welche, die die Schüler frei wählen können. Von den 2500 Gesamtpunkten darf ein Schüler Kurse im Wert von maximal 250 Punkten nicht bestehen; wenn er mehr als diese Kurse mit der Note F abschließt, erhält er keine Hochschulzugangsberechtigung.

Die schwedischen Gymnasien sind teilweise sehr spezialisiert und besitzen ein ausgeprägtes Profil, weshalb es sich lohnt, bei der Schulwahl genauer hinzuschauen und sich gut zu überlegen, welches Gymnasium für die eigenen Wünsche das geeignetste ist. Die Suchfunktion des GymnasieGuiden (siehe unter weiterführende Links) hilft hier weiter.

Über den Autoren: Johannes Möhler

Johannes Möhler hat in Schweden studiert, als Lehrer gearbeitet und über das schwedische Schulsystem promoviert. 

Seit 2017 betreibt er das Portal Elchkuss – ein Blog für Schwedenliebhaber, Urlauber und Auswanderer.

Copyright 2019 Grönadal Konsult Aktiebolag (Organisationsnummer: 559123-6129)