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Schwedische Feiertage

Nikolaus in Schweden: Leere Stiefel am 6. Dezember

Schwedischer Tomtenisse

Am 6. Dezember ist es wieder soweit: Nachdem wir am Vorabend zum Nikolaustag unsere Stiefel fein säuberlich blitzeblank geputzt haben, werden wir am nächsten Morgen mit kleinen Geschenken und Süßigkeiten überrascht. Während dieser Brauch für uns hierzulande zu den schönsten und beliebtesten Traditionen im Advent gehört, ist Nikolaus in Schweden weitestgehend unbekannt. Aber keine Panik, auch in Schweden gibt es weihnachtliche Gabenbringer, dank derer du dich am Heiligen Abend über Geschenke unterm Tannenbaum freuen kannst.

Tomtar, Nisse und Julgubbe: Schwedens Gabenbringer zur Weihnachtszeit

Schon gewusst: Die Figur des Heiligen Sankt Nikolaus als Gabenbringer war quasi das Vorbild für den heute auf der ganzen Welt bekannten Weihnachtsmann. Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass die beiden sich in ihrer Darstellung sehr stark ähneln: Ein alter Mann mit weißem Rauschebart, in einem rot-weißen Pelzmantel und Zipfelmütze gekleidet – so stellen wir uns den klassischen Weihnachtsmann vor. Auch in Schweden ist diese Symbolfigur des weihnachtlichen Schenkens weit verbreitet. Dort wird er julgubben bzw. jultomten genannt.

Doch Vorsicht, der schwedische Weihnachtsmann (schwed.: julgubbe) ist keineswegs mit den tomtar – häufig auch als nissar bekannt – zu verwechseln. Mit ihren langen Vollbärten und roten Zipfelmützen sehen die zwergenhaften Wichtel dem Weihnachtsmann zwar zum Verwechseln ähnlich, jedoch sind sie nicht auf den Heiligen Sankt Nikolaus zurückzuführen, sondern haben ihren Ursprung stattdessen im nordischen Volksglauben. Unter dem Namen gårdstomtar galten sie dort als Schutzgeister, die Haus und Hof vor Unheil bewahrten. Im Laufe der Zeit entwickelten sich hieraus schließlich die jultomtar bzw. tomtenissar, die den Menschen halfen das Haus für das Weihnachtsfest herauszuputzen und zusammen mit dem Weihnachtsmann die Geschenke verteilten. Die heutigen tomtar sind also quasi eine Mischung aus nordischem Fabelwesen und traditioneller Nikolausgestalt.

Übrigens: Prägend für das Bild des svenska jultomten war das Gedicht „Tomten“ von Viktor Rydberg aus dem Jahr 1881. Die eigens dazu angefertigten Zeichnungen der Illustratorin Jenny Nyström machten die kleinen Weihnachtswichtel schließlich im ganzen Land berühmt und gehören bis heute zu den Lieblingsmotiven auf schwedischen Weihnachtskarten.

Adventszeit in Schweden: Lucia statt Nikolaus

Während wir uns hierzulande mit dem Nikolausfest auf Weihnachten einstimmen, bildet in Schweden das Luciafest, am 13. Dezember, den Höhepunkt der Adventsszeit. So wirst du den 6. Dezember in Schweden also wohl oder übel ohne Nikolausüberraschungen überstehen müssen, doch mit dem Hefegebäck lussekatter hält das Luciafest einen Leckerbissen bereit, der bestens über die ausbleibenden Geschenke und Süßigkeiten zum Nikolaus hinwegtrösten kann.

Über die Autorin: Julia Klotzbach

Nach zwei Semestern an der Uni in Göteborg und ihrem Skandinavistik-Studium brennt Julia auch heute noch für Schweden. Pläne rund um eine mögliche Auswanderung werden daher von Zeit zu Zeit immer wieder aktuell.

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