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Schwedische Fauna

Mücken in Schweden: Vorsicht bissig!

Mücke vor hellem Hintergrund

Die Mücke (schwed.: mygga) gehört neben dem Elch wohl zu den bekanntesten Vertretern der schwedischen Fauna. Geschichten, nach denen die blutsaugenden Insekten in Schwärmen über Mensch und Tier herfallen, sind weit verbreitet. Daher verwundert es auch nicht, dass Mücken bei unseren skandinavischen Nachbarn als echte Plage verschrien sind. Doch obwohl den Insekten ihr schlechter Ruf vorauseilt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass deine Reise nach Schweden von einer Mückeninvasion überschattet sein muss. Wie du dir die kleinen Blutsauger vom Leibe hältst und was du sonst noch über Mücken in Schweden wissen solltest, erfährst du hier.

Stickmygga eller knott? – So erkennst du die verschiedenen Mückenarten

Mücken (lat.: Nematocera) bilden eine eigene Unterordnung innerhalb der Zweiflügler (Diptera) und sind mit mehr als 30.000 verschiedenen Arten auf der Welt verbreitet. Wenn du also bisher dachtest, Mücke sei gleich Mücke, dann hast du dich gewaltig geirrt. Zu den eher unbeliebten Exemplaren zählen die blutsaugenden Arten. Nicht nur, weil ihre Stiche äußerst unangenehm sind, sondern auch weil sie gefährliche Krankheiten übertragen können.

Angeführt wird die Riege der lästigen Blutsauger von der Familie der Stechmücken (lat.: Culicidae), welche im allgemeinen Sprachgebrauch häufig als Mücken bezeichnet werden. In Schweden als stickmygga bekannt, werden sie im Durchschnitt nicht größer als etwa 15 mm und zeichnen sich durch einen grazilen Körperbau aus. Dabei stechen vor allem die langen, spindeldürren Beine deutlich hervor. Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Stechmücke ist ihr Saugrüssel, über den sie ihre geliebte Blutmahlzeit zu sich nimmt. Besonders tückisch: Ihr Stich ist weitestgehend schmerzfrei, sodass sie meist unbemerkt zuschlagen kann.

Die Gnitzen (lat.: Certaopogonidae) gehören ebenfalls zu den blutsaugenden Mücken, die du in Schweden antreffen kannst. Dort sind sie allerdings unter dem Namen svidknott bekannt. Bei einer Größe von durchschnittlich 1 bis 4 mm sind sie quasi die Zwerge unter den Mücken. Mit ihrem rundlich geformten Körper ähneln sie den fliegenartigen Kriebelmücken und werden daher häufig auch als deren „kleine Schwestern“ bezeichnet. In Sachen Bissigkeit stehen sie ihren Verwandten jedoch in nichts nach. Im Gegenteil: Um das Blut auszusaugen, bedienen sie sich nicht nur ihres Stechrüssels, sondern stecken gierig ihren Kopf mit in die Wunde. Daher verwundert es nicht, dass ihr Stich äußerst schmerzhaft sein kann.

Ganz gleich, ob stickmygga, knott oder svidknott – alle dieser drei Mückenarten fühlen sich in Wassernähe besonders wohl. Daher wirst du sie vor allen an den Seen- und Sumpfgebieten Schwedens finden können. Vor allem im Sommer musst du dich vor den blutsaugenden Quälgeistern in Acht nehmen. Denn spätestens Anfang Juli läuten die Mücken in Schweden die Jagdsaison ein und fallen teilweise in Schwärmen über Wanderer, Badende und Camper her. Dabei sind es jedoch nur die Weibchen, die tatsächlich zustechen. Der Grund: Nachdem sie den Paarungsakt mit einem Männchen vollzogen haben, benötigen sie das im (menschlichen) Blut enthaltene Protein zum Ausbilden der Eier. Anstatt sich also von dem Blut zu ernähren, dient es ihnen vielmehr zur Fortpflanzung. Ihre Ernährungsgrundlage bilden – genauso wie bei den männlichen Mücken – Nektar und andere zuckerhaltige Pflanzensäfte.

So schützt du dich vor Mückenstichen in Schweden

Die einfachste und zugleich wirksamste Methode, um sich vor Mückenstichen zu schützen, ist es, den lästigen Blutsaugern aus dem Wege zu gehen. Dementsprechend solltest du es vermeiden, dich ab Einbruch der Dämmerung an Seen, Flüssen und Sümpfen aufzuhalten. Vor allem während des Sommers empfiehlt es sich, Ausflüge in die Natur auf den Tag zu beschränken.

Alternativ dazu stehen dir selbstverständlich noch weitere Möglichkeiten zur Auswahl, die dir einen zuverlässigen Schutz gegen stickmygga, knott und svidknott bieten. Insektenschutzmittel gehören zweifelsohne zu den unangefochtenen Spitzenreitern, um sich gegen die bisswütigen Blutsauger zur Wehr zu setzen. Das Angebot an Anti-Mücken-Spray, Lotionen und Co. fällt in Schweden etwas größer aus als hierzulande. Daher empfiehlt es sich, sich direkt vor Ort mit dem Wunderelixier einzudecken. Darüber hinaus kannst du dich mit langer, weiter Kleidung in hellen Farben ganz einfach, aber dennoch effektiv vor Mückenstichen schützen. Wenn du viel in den Wäldern, Seen- und Sumpfgebieten Schwedens unterwegs bist, kann es sich mitunter sogar lohnen, in stichfeste Outdoor-Kleidung zu investieren. Komplett wird der Rundumschutz schließlich durch eine spezielle Kopfbedeckung, bei der mithilfe eines Netzes auch das Gesicht verschleiert wird.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann sich außerdem durch den Verzicht von Alkohol unattraktiv für Mücken machen. Wie sich das erklärt? Der Alkohol sorgt dafür, dass dein Ausstoß an Kohlenmonoxid steigt, was die Mücken wiederum anzieht. Wenn du nicht auf dein wohlverdientes Feierabendbier verzichten möchtest, solltest du dies am besten vor einem Lagerfeuer genießen, denn Rauch mögen die blutsaugenden Plagegeister gar nicht gerne.

Solltest du dein Zuhause in Schweden mückensicher machen wollen, kannst du ebenfalls auf eine Reihe von Hilfsmitteln zurückgreifen. Zu den Topfavoriten gehören Moskitonetze sowie elektrische Insekten- bzw. Mückenfallen. Ebenfalls ratsam: Da Mücken ihre Larven in Gewässern ablegen, solltest du selbst kleinste Wasseransammlungen in Eimern, Schalen usw. vermeiden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass dein Heim zu einer beliebten Brutstätte für Mücken avanciert.

Über die Autorin: Julia Klotzbach

Nach zwei Semestern an der Uni in Göteborg und ihrem Skandinavistik-Studium brennt Julia auch heute noch für Schweden. Pläne rund um eine mögliche Auswanderung werden daher von Zeit zu Zeit immer wieder aktuell.

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