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Schwedische Feiertage

Mamma är bäst: Muttertag in Schweden

Schwedisches Mädchen macht seiner Mutter am Muttertag ein Geschenk.

Sie schenkt bedingungslose Liebe, erfüllt große und kleine Herzenswünsche und steht in allen Lebenslagen mit Rat und Tat zur Seite. Man könnte auch sagen: Mama ist einfach die Beste! Daher hat sie sich ganz zu Recht einen eigenen Feiertag verdient, an dem sie sich mal entspannt zurücklehnen und von ihren Kindern verwöhnen lassen kann. Wie unsere skandinavischen Nachbarn ihren Müttern Danke sagen, kannst du hier nachlesen.

Mors dag: Ein Feiertag made in USA

Der Muttertag, oder wie die Schweden sagen „mors dag“, stammt ursprünglich aus den USA: Dort ließ die Methodistin Anna Jarvis im Jahr 1907 erstmalig einen Gedenkgottesdienst für ihre verstorbene Mutter Ann Maria Reeves Jarvis abhalten. Im darauffolgenden Jahr richtete sie eine Messe aus, die allen Müttern gewidmet war. Als Zeichen der Wertschätzung für ihre Mutter verteilte Jarvis nach dem Gottesdienst 500 Nelken – die Lieblingsblumen ihrer Mutter – unter den Kirchenbesuchern.

Dieser Brauch fand so viel Zuspruch, dass er schließlich 1914 in den USA offiziell zum Feiertag erklärt wurde. Von da an wuchs die Popularität rund um den Muttertag stetig an, sodass er sich alsbald auch in Deutschland und Schweden durchsetzen konnte.

Traditionen rund um den mors dag in Schweden

Wie so oft waren uns die Schweden auch beim Muttertag einen Schritt voraus. Denn während es in Deutschland erst seit 1923 Tradition ist, am zweiten Sonntag im Mai den Müttern zu gedenken, feiern die Schweden bereits seit 1919 mors dag – allerdings am letzten Maisonntag.

Wegweisend hierfür war die Schriftstellerin Cecilia Bååth-Holmberg, die sich als Initiatorin intensiv für die Etablierung des Muttertags einsetzte. 1920 wurde in Schweden sogar ein Heft publiziert, das eine Anleitung enthielt, wie der mors dag gefeiert werden sollte: Angefangen beim Hissen der Fahne über das Aufwach-Ständchen am Morgen bis hin zum Frühstück im Bett, garniert mit frischen Blumen und einem (kleinen) Geschenk, gab es für die Kinder genaue Vorgaben, wie sie ihrer Mutter bereits einen gelungen Auftakt in ihren Wohlfühltag bescheren konnten. Und damit nicht genug: Zum Nachmittagskaffee oder am Abend sollte mit Hilfe des Vaters noch ein kleiner Festakt (schwed.: högtidlighet) abgehalten werden – der Höhepunkt des schwedischen Muttertags.

Auch für den Fall, dass die Kinder verreist waren oder weit entfernt wohnten, gab es eine Lösung: Ein paar liebe Zeilen, niedergeschrieben in einem Telegramm, Brief oder einer (selbstgebastelten) Postkarte sollten das Mutterherz erwärmen. Heute halten sich die Schweden natürlich nicht mehr an diesen Musterplan zum mors dag. Aber ein Muttertagsgeschenk ist für die meisten dennoch ein Muss. Klassiker, wie Blumensträuße, Süßigkeiten oder ein gemeinsames Essen gelten dabei seit jeher als Dauerbrenner – genauso wie bei uns.

Über die Autorin: Julia Klotzbach

Nach zwei Semestern an der Uni in Göteborg und ihrem Skandinavistik-Studium brennt Julia auch heute noch für Schweden. Pläne rund um eine mögliche Auswanderung werden daher von Zeit zu Zeit immer wieder aktuell.

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