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Schwedische Feiertage

Första maj: Frühlingsfest mit politischem Hintergrund

Der 1. Mai ist auch in Schweden ein Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung.

Nachdem die Schweden in der letzten Aprilnacht mit dem Valborgsmässoafton den Frühling eingeläutet haben, dürfen sie sich gleich am nächsten Morgen über einen freien Tag freuen: Denn der 1. Mai ist in Schweden ein gesetzlicher Feiertag – genauso wie in Deutschland. Die perfekte Gelegenheit also, um sich von den Feierlichkeiten des Vorabends zu erholen und entspannt in die warme Jahreszeit zu starten. Andere nutzen den Tag lieber, um sich für die Rechte der Arbeitnehmer einzusetzen und nehmen an einer der vielen Demonstrationen teil. Schließlich hat auch das am 1. Mai in Schweden Tradition.

Der 1. Mai: Frühling pur genießen

Das Valborg Fest hat den Winter endgültig vertrieben, jetzt erstrahlt der Frühling in seiner vollen Blüte und der Sommer kann kommen. Das will ordentlich gefeiert werden! Wer dies nicht bereits am Vorabend bei einem der traditionellen majbrasa getan hat, bekommt am 1. Mai Gelegenheit dazu. In Sachen Alkohol sollte man sich allerdings lieber zurückhalten, denn am nächsten Tag geht’s für die meisten wieder an die Arbeit.

In vorindustrieller Zeit wurde der Maibeginn übrigens als erster Sommertag gefeiert. Schließlich konnten die Bauern nun wieder das Vieh auf die Weide treiben und den Acker bestellen. Als Belohnung für die getane Arbeit war es damals üblich „att dricka märg i ben“, was frei übersetzt so viel bedeutet wie „sich neue Kraft antrinken“. Dabei griff man vorzugsweise zu Quellwasser, Bier, Branntwein und Birkensaft. Heute gibt man sich in Schweden am 1. Mai gerne dem Müßiggang hin und genießt die Frühlingsidylle gemeinsam mit Freunden und Familie.

Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung

Wie auch in Deutschland ist der schwedische Maifeiertag nicht nur ein Frühlingsfest, sondern hat als Tag der Arbeit auch politische Relevanz. Er entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA und etablierte sich schnell in vielen anderen Ländern, darunter auch Schweden. Dort ist es seit 1890 Tradition am 1. Mai für die Rechte der Arbeitnehmer einzustehen. Hierfür werden in vielen Städten Demonstrationen organisiert, um auf Missstände aufmerksam zu machen und bessere Arbeitsbedingungen einzufordern. Zum gesetzlichen Feiertag wurde der första maj in Schweden allerdings erst 1938 erklärt. Glücklicherweise sind Ausschreitungen und Krawalle, wie du sie aus deutschen Städten, wie Hamburg oder Berlin, kennst, in Schweden eine Seltenheit. Du kannst also ganz beruhigt an einer der Demonstrationsumzüge teilnehmen oder das Treiben vom Straßenrand aus verfolgen.

Über die Autorin: Julia Klotzbach

Nach zwei Semestern an der Uni in Göteborg und ihrem Skandinavistik-Studium brennt Julia auch heute noch für Schweden. Pläne rund um eine mögliche Auswanderung werden daher von Zeit zu Zeit immer wieder aktuell.

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