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Familie in Schweden

Adoption in Schweden: Familienglück für Groß und Klein

Mutter mit ihrem adoptierten Kind

Ob Stiefkind, Waise oder ein Baby aus dem Ausland – wer ein Kind rechtswirksam in seine Familie aufnehmen möchte, für den ist eine Adoption unumgänglich. Ohne die Einhaltung bestimmter (Gesetzes-) Vorgaben geht das bei unseren skandinavischen Nachbarn natürlich genauso wenig wie in Deutschland. Was du bei einer Adoption in Schweden beachten solltest? Darüber erfährst du nachfolgend mehr.

Was genau bedeutet eine Adoption?

Der Begriff „Adoption“ steht juristisch für die sogenannte „Annahme als Kind“. Ihr Ziel ist dementsprechend ein stabiles Eltern-Kind-Verhältnis, das juristische Gültigkeit besitzt. Der Klassiker schlechthin: Die Stiefkindadoption – also wenn der Sprössling des neuen Lebens- bzw. Ehepartners gesetzlich als gemeinsames Kind anerkannt wird. Doch auch wer Waisen bzw. Heimkinder ganz offiziell in den engsten Familienkreis eingliedern möchte, kann bzw. muss einen Adoptionsantrag stellen. Aber nicht vergessen: Eine Adoption darf keinesfalls mit der Aufnahme eines Pflegekindes verwechselt werden. Denn während die Unterbringung in einer Pflegefamilie (schwed.: familjehem) sowohl zeitlich als auch rechtlich limitiert ist, verpflichten Adoptiveltern sich dauerhaft für Erziehung, Pflege und Unterhalt des Kindes aufzukommen. Kurz gesagt: Das Adoptivkind genießt die gleichen Rechte wie der leibliche Nachwuchs – auch in Bezug auf das Erbrecht. Die Entscheidung, ob du ein Kind adoptieren oder ein Pflegekind in deiner Familie aufnehmen möchtest, solltest du also stets in Ruhe und mit Bedacht fällen.

Wer kann in Schweden ein Kind adoptieren?

Grundsätzlich kann in Schweden jeder ein Kind adoptieren, der mindestens 18 Jahre alt ist – egal, ob als Alleinstehender, Ehepaar oder innerhalb einer Lebensgemeinschaft (schwed.: sambo). Auch die sexuelle Orientierung spielt keine Rolle, sodass sowohl Heterosexuelle als auch Schwule und Lesben eine Adoption beantragen können. Einziger Haken: Während Singles ausschließlich allein ein Kind adoptieren dürfen, müssen Paare stets gemeinsam die Verpflichtung für das Adoptivkind eingehen. Übrigens: Auch Erwachsene können adoptiert werden – in diesem Fall spricht man von einer Erwachsenenadoption.

Voraussetzungen für eine Adoption in Schweden

Ob bzw. wann eine Adoption in Schweden angebracht (schwed.: lämplig) ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal beantwortet. Ein Faktor, der bei der Beurteilung stets zum Tragen kommt: Es muss geprüft werden, ob es sich um eine nationale oder internationale Adoption handelt. Der Unterschied: Während bei Letzterer das Adoptivkind im Ausland lebt, sind bei einer nationalen Adoption alle Beteiligten in Schweden wohnhaft. Da eine Auslandsadoption sich mitunter als sehr aufwändig erweisen kann, nimmt sie meist auch mehr Zeit in Anspruch.

Ganz gleich jedoch, ob national oder international – zum absoluten Pflichtprogramm gehört, dass die leiblichen Eltern bzw. Erziehungsberechtigten des Kindes der Adoption schriftlich zustimmen. Schließlich verlieren sie sämtliche elterlichen Rechte, sobald sie ihr Kind zur Adoption freigeben. Eine solche Einverständniserklärung – auf Schwedisch „samtycke“ — muss auch dann vorliegen, wenn man leiblich-verwandte oder angeheiratete Kinder juristisch annehmen möchte, wie beispielweise bei einer Stiefkindadoption. Ist der Sprössling mindestens 12 Jahre alt, muss darüber hinaus eine schriftliche Einwilligung des Kindes erbracht werden. Das überrascht nicht, denn das Wohl des Kindes hat bei jeder Adoption stets höchste Priorität. Ob bzw. bei welchen Adoptiveltern dies am besten gewährleistet werden kann, entscheidet schließlich das tingsrätt – das schwedische Amtsgericht. Für weitere Informationen bist du also dort an der richtigen Adresse.

Über die Autorin: Julia Klotzbach

Nach zwei Semestern an der Uni in Göteborg und ihrem Skandinavistik-Studium brennt Julia auch heute noch für Schweden. Pläne rund um eine mögliche Auswanderung werden daher von Zeit zu Zeit immer wieder aktuell.

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